Lea von Wintzingerode

boys in public space, 2014

Aquarell auf Papier, 59,4 x 42 cm, Unikat

950 EUR

Von der Künstlerin ist weiter ein zweiteiliges Aquarell aus der Werkgruppe boys in public space (2014) sowie die Audio-Edition face (2015) erhältlich, die einen in Beton eingegossenen MP3-Player umfasst.

Lea von Wintzingerode (*1990, Bayreuth; lebt in Berlin) hat im Rahmen des Marianne-Defet-Malerei-Stipendiums im Frühjahr im Kunstverein eine Reihe von Bildern präsentiert, die alle während ihres fünfmonatigen Aufenthalts in Nürnberg entstanden sind. Unter dem Titel Young Team hat sie neue Werke mit flüchtigen Gruppierungen, Begegnungen und Handlungen von Figuren in Freizeitflächen, Parks oder im Wald versammelt. In ihren Haltungen schienen die jungen Menschen existenzielle Fragen nach Anerkennung, Positionierung oder Zuneigung zu stellen, die sie in der Beziehung und im Blickwechsel mit den anderen zu beantworten suchten. Zugleich waren stets weitere Zuschauerfiguren anwesend, still blickend oder mit der Handykamera aufzeichnend, die den Blick des realen Betrachters wiederholten und spiegelten. Mit den Szenen thematisierte von Wintzingerode die Möglichkeiten der Malerei selbst: Sie stellte die selbstreflexive Wahrnehmung und unser Sehen ins Zentrum und wie Spannungen und Übertragungen zwischen den Zeichen auf der Bildfläche erfahrbar werden.

Neben zwei Aquarellarbeiten, in denen zwischen Figuren, Architektur und Natur eine komplexe innerbildliche Dynamik entsteht, hat die Künstlerin auch eine spezielle Audio-Edition für den Jahresgaben-Salon entwickelt. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich seit längerem mit der Ausdehnung der Malerei in Musik und Performance. So waren auch in Young Team selbst komponierte Klavierstücke Teil der Ausstellung, welche die Besucher/innen auf Kopfhörern im Gang durch die Räume anhören konnten und die nun in die Edition face (2015) eingeflossen sind. Diese umfasst einen MP3-Player, den die Künstlerin aufrecht positioniert in Beton eingegossen hat. Der stehende Player wird mit Hilfe des Betonfragments zu einer eigenständigen Gestalt und nimmt dabei neben der Referenz zur statischen Figuration in der klassischen Ikonenmalerei auch Bezug zu den wandlungsfähigen Figuren in Lea von Wintzingerodes Bildern auf.