Über uns

"Der Kunstverein Nürnberg - Albrecht Dürer Gesellschaft blickt als ältester Kunstverein Deutschlands auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Der Verein, dessen Vorsitzender ich lange Jahre war, hat es (insbesondere) im letzten Jahrzehnt verstanden, diese Tradition mit Fortschrittlichkeit und Experimentierfreude zu verbinden, und zu einem offenen intensiven Austausch über die Kunst anzuregen.“

Anton Wolfgang Graf von Faber-Castell (Ehrenvorsitzender und Förderer), * 1941 – † 2016
In großer Dankbarkeit gedenken wir seinem Engagement für unseren Verein und für die zeitgenössische Kunst in Nürnberg.


Der Kunstverein Nürnberg wurde 1792 als „Kunstsozietät“ von Kunstfreunden und Künstlern gegründet und ist somit der älteste Kunstverein Deutschlands. Damals wie heute widmet er sich der Vermittlung zeitgenössischer Kunst und dem Austausch über gesellschaftliche Fragen, welche Künstlerinnen und Künstler gegenwärtig stellen. In seinem Programm präsentiert er regionale, nationale sowie internationale Kunstproduktionen und trägt damit wesentlich zur kulturellen Vielfalt der Stadt Nürnberg bei. Ziel ist es, in regelmäßigen Ausstellungen, Führungen, Künstlergesprächen, Vorträgen, Filmprogrammen und Publikationen neue Denkweisen innerhalb der Kunst vorzustellen und sie im aktiven Gespräch sowie in gemeinsamen Kunsterlebnissen in unserer Gegenwart zu verankern. Der Kunstverein Nürnberg - Albrecht Dürer Gesellschaft versteht sich als ein lebendiger Ort, an dem die gesellschaftliche Bedeutung von zeitgenössischer Kunst diskutiert und reflektiert wird.

Geschichte
1792 konstituierten der Kunsthändler und Mäzen Friedrich Frauenholz, der Maler Johann Peter Rössler und der Arzt Johann Benjamin Erhard zusammen mit 15 Gleichgesinnten einen „Kreis zur Pflege der Kunst in Nürnberg“. Dieser Zusammenschluss hatte zum Ziel, das Engagement der Kunstschaffenden und Kunstmäzenen zu bündeln und damit die Nürnberger Kulturlandschaft nachhaltig zu stärken. Genoss die Sozietät vorerst vor allem regionales Ansehen, verliehen spätere prominente Mitglieder wie Peter von Cornelius, Christian Daniel Rauch und vor allem Johann Wolfgang von Goethe dem Verein überregionale Bekanntheit. Seit der Vereinigung mit dem Albrecht Dürer Verein im Jahre 1830 trägt der Kunstverein den Namen des wichtigsten Künstlers der Stadt in seinem Titel.

In der vielseitigen Geschichte des Kunstvereins Nürnberg konnten zahlreiche wichtige Ausstellungen ermöglicht werden, darunter nicht selten mit Künstlern, die später Berühmtheit erlangten. So führten Kontakte zu dem Akademierektor Max Liebermann in Berlin dazu, dass Künstler wie Adolph Menzel, Carl Spitzweg oder Arnold Böcklin früh in Nürnberg mit druckgrafischen Werken präsentiert wurden. In den 1920er Jahren hatten zudem Oskar Schlemmer, Paul Klee oder Wassily Kandinsky Ausstellungen im Kunstverein Nürnberg. Zu erwähnen ist ebenfalls eine viel beachtete Ausstellung von Pablo Picasso in Reaktion auf Lucas Cranach, die 1973 noch zu Lebzeiten Picassos konzipiert wurde.

Lange Zeit organisierte der Kunstverein seine Ausstellungen an verschiedenen Orten: Dabei waren das Pilatushaus und ein Büro in der Burg die Anlaufstellen der Gesellschaft und sie gastierte mit ihren Ausstellungsprojekten unter anderem in der alten Norishalle, der heutigen Kunsthalle, der ehemaligen fränkischen Galerie sowie in den Räumen des 1871 gegründeten Germanischen Nationalmuseums.

Gegenwart
Von der Gründung bis zum heutigen Tag stehen die Präsentation, die Vermittlung und die Förderung der aktuellen Kunstproduktion im Mittelpunkt der Tätigkeit des Kunstvereins. Unter der Leitung von Natalie de Ligt (2003 bis 2007) und Kathleen Rahn (2007 bis 2012) hat der Kunstverein Nürnberg verstärkt über die regionalen Grenzen hinaus nationale und internationale Akzente setzen können. Für seine programmatische Arbeit wurde er im Frühjahr 2011 mit dem ADKV-ART-COLOGNE PREIS FÜR KUNSTVEREINE ausgezeichnet, der von einer Jury in der Auswahl von 10 deutschlandweit von Fachleuten nominierten Kunstvereinen vergeben wird. Ebenfalls im Jahr 2011 ergab sich für den Kunstverein Nürnberg eine wichtige programmatische Bereicherung, da Hans Friedrich Defet (da Vinci Künstlerpinselfabrik) im Gedenken an seine verstorbene Frau das MARIANNE-DEFET-MALEREI-STIPENDIUM ins Leben gerufen hat. Dieses fünfmonatige Stipendium ist jungen internationalen künstlerischen Positionen gewidmet, die vorwiegend mit dem Medium Malerei arbeiten und wird im Wechsel von der Kunsthalle Nürnberg, dem Institut für moderne Kunst in Nürnberg und dem Kunstverein Nürnberg vergeben.

Neben Kooperationen mit anderen regionalen wie internationalen Kunstinstitutionen finden ebenfalls immer wieder Zusammenarbeiten mit der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg statt. Seit Januar 2013 leitet Simone Neuenschwander den Kunstverein Nürnberg. In ihrem Programm konzentriert sie sich auf die verschiedenen Sichtweisen und Wissensproduktionen von Künstlerinnen und Künstlern hinsichtlich ihrer eigenen Erfahrung der Realität. Parallel dazu werden in der Veranstaltungsreihe Minutes (engl. Notizen und Zeiteinheit) in Form von Gesprächen, Vorträgen, Performances und Filmvorführungen die thematischen Fragestellungen der Ausstellungen vertieft.

Räumlichkeiten
Seit 2003 ist der Kunstverein Nürnberg im Verwaltungsgebäude des ehemaligen Milchhofs ansässig, der vom Architekten Otto Ernst Schweizer (1890-1965) im Stil der „Neuen Sachlichkeit“ entworfen und 1929/1931 erbaut wurde. Die einstige Anlage der Bayerischen Milchversorgung gilt bis heute als herausragendes Beispiel eines Industriebaus der frühen Moderne. Anfang 2008 wurden die Fabrikgebäude des Milchhofs abgerissen und als einziges Bauwerk ist das Verwaltungsgebäude am Wöhrder See bestehen geblieben, in dem der Kunstverein Nürnberg in repräsentativen Räumen im Erdgeschoss seine Ausstellungen ausrichtet.

Mitglieder
Die Mitglieder sind die essentielle Basis des Kunstvereins, die seine Aufgaben und Ziele unterstützen sowie mithelfen, die Vermittlung zeitgenössischer Kunst in der Stadt Nürnberg zu fördern. Neben freien Eintritten zu allen Veranstaltungen und Ausstellungen des Kunstvereins Nürnberg sowie anderen Kunstvereinen deutschlandweit, werden speziell für die Mitglieder Kunstreisen angeboten, welche den Dialog über die Kunst über die Stadt Nürnberg hinaus vertieften. Darüber hinaus erhalten die Mitglieder die Möglichkeit, Kunstwerke in Form von Jahresgaben zu noch erschwinglichen Preisen zu erwerben.

Team
Simone Neuenschwander (Direktorin)
Judith Grobe (Assistenzkuratorin)

Vorstand
Peter Naumann (Vorsitzender)
Christiane Böhm
Dr. Christoph Giehl
Ulrike Hammad
Max Reinhardt
Elke Antonia Schloter

Beirat
Kerstin Stakemeier
Andreas Wittmann

Ständige Partner
Faber-Castell AG
Kulturreferat der Stadt Nürnberg

Die Geschichte des Kunstvereins Nürnberg - Albrecht Dürer Gesellschaft

Pressestimme zum ADKV-Preis für Kunstvereine:
Nürnberger Nachrichten

Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine ADKV