Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft

Kressengartenstraße 2, 90402 Nürnberg, Telefon: +49 (0)911 241 562 | Fax: +49 (0) 911 241 563, E-Mail , Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 14:00 – 18:00 Uhr, Samstag und Sonntag: 13:00 – 18:00 Uhr
Aktuelle Ausstellungen: Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations / Hélène Fauquet – Interiors, 27. Juni – 20. Oktober 2019 / Wegen Veranstaltungen am 9./10. Oktober 2019 geschlossen

Interiors

Hélène Fauquet
27. Juni bis 20. Oktober 2019

Eröffnung: Mi 26. Juni 2019, 19:00 Uhr
Opening: Wed June 26, 2019, 7:00 pm

 

Installation view, Hélène Fauquet – Interiors, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Hélène Fauquet – Interiors, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Hélène Fauquet – Interiors, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Hélène Fauquet – Interiors, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Hélène Fauquet – Interiors, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Hélène Fauquet – Interiors, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Hélène Fauquet – Interiors, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Hélène Fauquet – Interiors, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Der Kunstverein Nürnberg freut sich, die erste institutionelle Einzelausstellung von Hélène Fauquet in Deutschland zu präsentieren. Ihre neue Serie besteht aus gefundenen Bildern von Buntglasscheiben, die bearbeitet und auf unbehandelte Holzpaneele mit UV-Licht gedruckt worden sind. Die sich wiederholenden Motive sind isolierte Sichtschutzfenster, wie man sie typischerweise in Wohnhäusern findet. Die digitalen Bilder der Glaskompositionen sind durchscheinend gedruckt, so dass die permeable Maserung des Holzgrundes zu sehen ist. Dadurch wird der Übersetzungsprozess von einem Bildträger auf einen anderen sichtbar.

 

Als Ausdruck von Geschmack, Wohlstand und Status schützt die Ästhetik des Buntglasfensters gegen Blicke aufdringlicher Nachbarn. Eines der Paneele zeigt Spuren eines Domainnamens als digitales Überbleibsel. In der unteren Ecke eines anderen Paneels sieht man eine Hand, die eine menschliche Präsenz in einem ansonsten desorientierend abgeflachten, kristallinen Raum bildet. Die Figur wird in die flirrende und fragmentierende Oberfläche eingesaugt und erzeugt eine nichtkommunikative, partielle und anonyme Reflektion.

Die räumliche Verteilung der Paneele mit ihren wiederkehrenden zentralen Diagrammen erzeugt zugleich Rhythmus und Stottern. Die stark angeschnittenen Motive lassen wenig von dem erahnen, was hinter oder vor den Fenstern liegt, doch die Arbeiten bleiben Zeichen eines verwickelten Zustandes.

Sobald die gedruckte Oberfläche auf sich selbst zurückbezogen wird, gerät sie zu einem Ort von Projektionen und falschen Versprechungen. Als Mittel individueller Grenzziehung verweisen diese Sichtschutzfenster auf eine Ökonomie der Beobachtung und der gegenseitigen sozialen Kontrolle. Die dekorativen Paneele rahmen eine libidinöse Schnittstelle zwischen Sehen und (Nicht-)Gesehenwerden, zwischen einem Leben und seiner Öffentlichkeit. Eingefärbt durch das Prisma des Voyeurismus und Exhibitionismus birgt die unbefugte Reflektion hier das Potenzial, auf Paranoia, Agoraphobie oder die Ermüdung der Selbstinszenierung hinauszulaufen.

Hélène Fauquet, *1989 in Saint-Saulve, F, lebt und arbeitet in Wien.

Weitere Veranstaltungen

Di 02.07.2019, 18 Uhr 
Direktorenführung

Fr 20.09.2019, 17 Uhr 
Ausstellungsführung

Do 26.09.2019, 19 Uhr 
Künstlerinnengespräch mit Hélène Fauquet und Anette Freudenberger (Direktorin Galerie der Stadt Schwaz, AT)

So 20.10.2019, 16 Uhr 
Book launch und Konzert mit Veit Laurent Kurz

Gefördert durch:
Sachförderung:
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