Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft

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Miracles in Reverse

Julia Heyward
31. Januar bis 19. April 2026

Eröffnung / Opening: 30. Januar 2026, 19:00 / January 30, 2026, 19:00, Performance Julia Heyward: 20:00

© the artist

Mit „Miracles in Reverse“ präsentiert der Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft das Werk der wegweisenden US-amerikanischen Künstlerin, Musikerin und Performerin Julia Heyward. Als eine der Schlüsselfiguren des New Yorker Undergrounds der 1970er- und 1980er-Jahre entwickelte sie in der Kombination von mongolischem Kehlkopfgesang, komödiantischem Bauchreden, Spoken-Word-Poetry und Soundeffekten eigenständige Performances, in denen sie assoziativ Fragen von Glaube, Klasse und Gender adressierte.

Getrieben von dem Verlangen, „Narration, Emotion, Melodie und Licht“ in eine von Minimal Art und Konzeptkunst geprägte Zeit zurückzubringen, wandte sich Heyward im Sinne der Picture Generation Motiven und Formaten aus dem Fernsehen zu. Aspekte von „Saturday Night Live“ oder Stand-up-Comedy mündeten in multimediale Performances, in denen sich Videoprojektionen, Requisiten, Musik und Text zu einem immersiven „Live-Kino-Erlebnis“ verbanden. 

Zeitgleich entstanden Videoperformances, in denen Heyward frühe Rollenspiele fortführte und das Genre des Musikvideos sowie die folgende MTV-Ära einleitete. Als Teil der New-Wave- und Post-Punk-Bewegung veröffentlichte Heyward unter dem Pseudonym Duka Delight ein Album, das im Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft neben teils erstmals gezeigten Selbstporträts, Dokumentationen, Storyboards, Videoperformances und Musikvideos in einer Szenografie von Celeste Burlina vorgestellt wird.

„Miracles in Reverse“ wird von einem Video- und Filmprogramm begleitet. Das von Elisa R. Linn und Lennart Wolff kuratierte Programm vereint in New York entstandene Arbeiten aus den 1970er-Jahren bis in die frühen 1990er-Jahre, unter anderem von Künstlerinnen wie Ericka Beckman, Dara Birnbaum, Joan Jonas und Howardena Pindell, und beleuchtet das künstlerische wie politische Umfeld, das Heywards Praxis geprägt hat.

Julia Heyward (*1949, USA) absolvierte nach einem BFA an der Washington University 1973 das Whitney Independent Study Program in New York City. 1984 erhielt sie den Tanz- und Performancepreis „Bessie“, 1999 das Guggenheim-Stipendium. Ihre Werke wurden international gezeigt, unter anderem im Whitney Museum of American Art, New York City; in The Kitchen, New York City; im Daejeon Municipal Museum, Daejeon; im Centro de la Imagen, Mexiko-Stadt; in der South London Gallery, London; sowie im Bonner Kunstverein. Das Wattis Institute in San Francisco widmete Heyward 2015 ihre erste institutionelle Einzelausstellung.

„Miracles in Reverse“ ist Julia Heywards erste Soloausstellung in Europa. Am 6. März eröffnet im Westfälischen Kunstverein eine weitere Einzelausstellung der Künstlerin. Die begleitende Recherche zu beiden Projekten fließt in eine gemeinsame monografische Publikation über Heywards Werk ein, die im Sommer 2026 bei Mousse Publishing erscheint.

Kuratorin: Nele Kaczmarek
Assistenzkuratorin: Leonie Schmiese