Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft

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Vittorio Brodmann – Zweig im Regen / Jahresgaben 2019, 14. November 2019 – 09. Februar 2020
Philip Wiegard
Amina, 2016

Leimfarbe auf Vliesfasertapete, gerahmt, 67 x 37 cm, Unikat
2000 EUR

SOLD OUT

Seit einiger Zeit beschäftigt sich Philip Wiegard (*1977, Schwetzingen, Deutschland; lebt in Berlin) in seiner künstlerischen Praxis mit der Repräsentation von menschlichen Arbeitsprozessen und den damit verbundenen Wertsteigerungen. Ausgehend von Untersuchungen zu Produktionsbedingungen aus dem vorindustriellen Zeitalter bis hin zur Gegenwart, hat er seit 2013 eine Reihe von perfomativen Workshops mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt. Unter seiner Anleitung stellen die jungen Teilnehmer/innen in der Kleisterpapiertechnik, einem historischen Verfahren der Papierveredelung, Muster her, die in serieller Handarbeit auf Vliesfasertapeten aufgetragen werden. Die Jugendlichen und Kinder wirken an einem vollwertigen Herstellungsprozess eines Kunstwerkes mit und erhalten für ihre Mitarbeit ein Honorar. In der vorgegebenen Technik werden individuelle Signaturen und Fehler erkennbar, sodass der Mensch hinter dem Arbeitsprozess präsent bleibt. Mit der Entlohnung der jungen Produzent/innen (gemäß § 6 des Jugendarbeitsschutzgesetzes) reflektiert Wiegard gleichzeitig kritisch die prekären Arbeitsverhältnisse in der Kreativindustrie.

Als Jahresgabe hat uns Philip Wiegard ein exklusives Unikat aus einer Tapetenproduktion zur Verfügung gestellt, die im Rahmen eines Workshops für Jugendliche vom 8. Februar bis zum 11. Februar 2016 im Kunstverein Nürnberg stattfand. Die neue Tapete war ein zentraler Bestandteil der gemeinsam mit Christodoulos Panayiotou konzipierten Ausstellung »Nine to Five«, die im Frühjahr 2016 im Kunstverein zu sehen war. Während des Workshops haben die Jugendlichen ein vom Künstler entworfenes Muster auf die Tapetenbahnen angebracht, das die Choreografie der zeitlichen Entstehung sowie die Größen der jeweiligen Hände sichtbar ließ. Der Titel »Amina« des Unikats verweist auf die ausführende Person sowie ihre spezifische Umsetzung und thematisiert damit weitergehend den oft fließenden Übergang zwischen Autorschaft und Assistenz im zeitgenössischen Kunstsystem.

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