Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft

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Vittorio Brodmann – Zweig im Regen / Jahresgaben 2019, 14. November 2019 – 09. Februar 2020
Diet Sayler
Engramm, 2010-2014

C-Print, gerahmt, 33 x 23 cm, Edition von 7 + 2AP
750 Euro

Von dem Künstler sind drei weitere Editionen erhältlich.

Diet Sayler (*1939, Temeswar, Rumänien) lebt seit 1972 in Nürnberg und ist mit der Stadt durch seine Professur an der Akademie der Bildenden Künste (1992 bis 2005) und seine Studenten sowie durch seine internationale Symposiums- und Ausstellungsreihe »konkret« (1980 bis 1990) langjährig verbunden. In seiner künstlerischen Praxis hat er ausgehend von der Abstraktion seit den 1960er-Jahren zu geometrisch beweglichen Arbeiten gefunden, die Systematik und Zufall miteinander verbinden. Sie entstehen im Dialog zwischen mathematischen Regeln und zufallsbedingten, handlungsbasierten Entscheidungen (würfeln, werfen, setzen). Das Ausreizen von Möglichkeiten innerhalb einer selbst auferlegten Reduktion reflektiert dabei die Suche nach Freiheit und Offenheit, auch vor dem Hintergrund der eigenen Lebenserfahrungen im totalitären System unter der Herrschaft der Ceausescus.

Basierend auf den Formen der »Basiselemente«, die er seit den 1990er-Jahren als mobiles Zeichen auf der Bildfläche wie im realen Raum verwendet, hat Sayler die Werkgruppe mit Fotoarbeiten der »Engramme« entwickelt. Diese setzen digital fort, was er einst mit den »Norigrammen« (1997 bis 1999) mit seinen Basisformen im öffentlichen Raum von Nürnberg begonnen hat. Als Jahresgaben dürfen wir eine Reihe von vier Fotografien präsentieren, die seine Basiselemente an historischen Architekturen wie der Sebalduskirche oder im Hesperidengarten sowie an anderen Orten in Nürnberg zeigen. Wie abgebildete Grundrisse gliedern sie sich in die Tektonik der gebauten Strukturen ein, sind jedoch weder Störelemente noch Wegweiser. Wie ihr Titel bereits andeutet, funktionieren sie wie singuläre Gedächtniseinheiten, die in ihrer Form Erlebniseindrücke und physiologische Reizeinwirkungen abspeichern. Welcher Art die Erinnerungen sein können, ergänzt der Betrachter schließlich im Sinne der Konzeptkunst erst durch seine eigenen Erfahrungen.

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