Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft

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Circuit City: Three Sequences on Video Art in New York, 1970s–1990s
Sequence I

31. Januar 2026, 14:00 Uhr

Sequence I: Orders of Imagery: Speech, Mirror, Memory
31.01.2026 – 27.02.2026

Vivienne Dick, Guerrillere Talks, 1978 © the artist

Sequence I: Orders of Imagery: Speech, Mirror, Memory
31.01.2026 – 27.02.2026

Dieses dreiteilige Video- und Filmprogramm, kuratiert von Elisa R. Linn und Lennart Wolff, versammelt Bewegtbild-Arbeiten, die zwischen den 1970er-Jahren und den frühen 1990er-Jahren in New York entstanden sind. Der Titel des Programms ist der kollaborativen Videoarbeit „Circuit City” von Julia Heyward entlehnt, mit Musik von John Paul Jones und Hintergrundanimationen von Ericka Beckman. Das Programm spiegelt das künstlerische und politische Umfeld wider, das Heywards Praxis prägte, und verortet sie zugleich innerhalb einer breiteren Landschaft experimenteller Video- und Performancearbeiten.

Die Arbeiten in Sequence I zeichnen das eng verflochtene Entstehen von Performance- und Videokunst im New York der 1970er-Jahre nach. In einer Stadt, die von wirtschaftlichem Niedergang, Haushaltskrisen und umfassender urbaner Desinvestition geprägt war, arbeiteten Künstler_innen häufig in Lofts und anderen informellen Räumen, die die Grenzen zwischen Leben, Produzieren und Aufführen auflösten. Diese neue architektonische Typologie flexibler Arbeitsumgebungen begünstigte gemeinschaftliche und experimentelle Produktionsweisen und förderte sozial engagierte, nicht-kommerzielle Praktiken, die sich frei zwischen verschiedenen Medien bewegten. Abseits der dominierenden ästhetischen Sprachen von Minimalismus und Konzeptkunst ließen die Künstler_innen Erzählung, Humor und körperliche Gestik wieder in ihre Arbeiten einfließen und experimentierten mit Überblendungen, Animation, Spiegeln und direkter Ansprache der Kamera. Oft verbanden diese Videoarbeiten die Dokumentation von Live-Ereignissen mit inszenierter Performance und entwickelten so neue visuelle und poetische Sprachen, mit denen Fragen von Identität, Geschlecht, Klasse, Sexualität und Glauben verhandelt wurden – und persönliche Erfahrung und Erinnerung mit dem polarisierten gesellschaftlichen und politischen Klima der Zeit nach 1968 verknüpft wurden.

1. Joan Jonas, „Left Side Right Side”, 1972; 8:49 Min.
2. Julia Heyward, „Classic Conversations”, 1975; 23:28 Min.
3. Ericka Beckman, „Hit and Run”, 1977; 8:34 Min.
4. Vivienne Dick, „Guerrillere Talks“, 1978; 24:09 Min.