Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft

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Circuit City: Three Sequences on Video Art in New York, 1970s–1990s
Sequence II

28. Februar 2026, 14:00 Uhr

Sequence II: Collaborative Circuits: Music, Media, Networks
28.02.2026 – 27.03.2026

Julia Heyward, "The Visit”, 1993 © the artist

Sequence II: Collaborative Circuits: Music, Media, Networks
28.02.2026 – 27.03.2026

Dieses dreiteilige Video- und Filmprogramm, kuratiert von Elisa R. Linn und Lennart Wolff, versammelt Bewegtbild-Arbeiten, die zwischen den 1970er-Jahren und den frühen 1990er-Jahren in New York entstanden sind. Der Titel des Programms ist der kollaborativen Videoarbeit „Circuit City” von Julia Heyward entlehnt, mit Musik von John Paul Jones und Hintergrundanimationen von Ericka Beckman. Das Programm spiegelt das künstlerische und politische Umfeld wider, das Heywards Praxis prägte, und verortet sie zugleich innerhalb einer breiteren Landschaft experimenteller Video- und Performancearbeiten.

Sequence II beleuchtet die dichten Netzwerke künstlerischer Zusammenarbeit über Medien- und Genregrenzen hinweg, die das Downtown New York der 1980er Jahre prägten. Die hier versammelten Arbeiten reichen von essayistischen Musikfilmen über opernhafte und theatrale Performanceformate bis hin zum aufkommenden Genre des Musikvideos, das mit der Gründung von MTV zu Beginn des Jahrzehnts neue Sichtbarkeit erlangte. Ermöglicht durch neue Distributionswege und erweiterte technische Möglichkeiten des Videos – darunter die Verbreitung von VHS, zunehmend zugängliche Schnitttechnologien und das Kabelfernsehen – spiegeln diese Arbeiten eine sich rasch verdichtende Medienlandschaft wider, die von Konsumkultur, Werbung und Popbildern durchdrungen ist. Zwischen Tätigkeiten in der Werbeindustrie, der Musikvideoproduktion und nicht-kommerzieller experimenteller Praxis wechselnd, bewegten sich die Künstler–innen zwischen kommerziellen und avantgardistischen Kontexten und verwischten deren Grenzen. Die daraus hervorgegangenen Werke sind vielschichtig und selbstreflexiv: Sie kritisieren die Massenmedien ebenso, wie sie deren visuelle Sprachen aneignen und transformieren. Auf diese Weise trugen sie zu einer Neubestimmung des Videos als hybrides, interdisziplinäres Medium zwischen Kunst, Musik, Performance und Populärkultur bei.

1. Julia Heyward, „Bay of Pig”, 1986; 4:30 Min.
2. Musikvideo von New Order, Regie: Robert Longo, „Bizarre Love Triangle“, 1986; 4:10 Min.
3. Raphael Montañez Ortiz, „Elvis”, 1990; 6:28 Min.
4. Julia Heyward, „The Visit”, 1993; 1:00 Min.