Gustav Metzger, "Auto-Destructive Art: The Activities of G. Metzger", Regie: H. Liversidge, 1965. Courtesy of Contemporary Films, London © The University of Westminster
Gustav Metzger
Filmvorführung und Lesung
28.04.2026, 18:00
Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft
Der Künstler und Theoretiker Gustav Metzger (1926–2017) gilt als eine der radikalsten und einflussreichsten Figuren des 20. Jahrhunderts. In Nürnberg geboren, musste er als Kind jüdischer Eltern 1939 mit einem Kindertransport vor den Nationalsozialist*innen nach Großbritannien fliehen. Die Erfahrung von Verfolgung, Krieg und Leid prägte sein Werk nachhaltig. Seit den späten 1950er Jahren entwickelte Metzger seine wegweisenden Konzepte der Autodestruktiven Kunst, in denen Zerstörungs- und Transformationsprozesse zu formal und politisch wirksamen künstlerischen Strategien wurden. „Autodestruktive Kunst ist als ein verzweifeltes, subversives politisches Mittel gedacht, das Kunstschaffende in letzter Minute einsetzen. Sie stellt einen Angriff auf das kapitalistische System und die Produktion von Kriegsmaterial dar“, so Metzger 1962 in „Machine, Auto-Creative and Auto-Destructive Art“.
Als Künstler, Autor und politischer Aktivist verband Metzger Kunst, Technologie sowie gesellschaftliche Verantwortung und beeinflusste damit nachfolgende Künstler*innengenerationen. Wichtige Einzelausstellungen wurden ihm im Kunstraum München (1997), in der Kunsthalle Nürnberg (1999), in der Serpentine Gallery London (2009) und zuletzt im Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main (2024), gewidmet.
In diesem Jahr wäre Gustav Metzger 100 Jahre alt geworden. Dieses Jubiläum nehmen die Kunsthalle Nürnberg und der Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft zum Anlass für eine gemeinsame Veranstaltung am 28. April 2026 um 18 Uhr im Kunstverein Nürnberg, die dem Werk und Denken des Künstlers gewidmet ist. Es wird die Dokumentation „Pioneers in Art and Science: Gustav Metzger” (2004) des britischen Filmemachers Ken McMullen gezeigt. Der Film beleuchtet Metzgers Experimente mit computerbasierten „Liquid Crystal Light Projections“ der 1960er Jahre sowie seine Verbindung von Kunst, Politik und Aktivismus, etwa als Mitbegründer des Committee of 100 und Initiator des legendären „Destruction in Art Symposiums“ 1966. Die Filmvorführung wird durch eine Lesung ausgewählter Originaltexte von Gustav Metzger durch die Autorin Anna Hofmann ergänzt.
Die Veranstaltung schließt an Michaela Meliáns Projekt „Bringing Gustav Metzger Back to Nürnberg“ (2025) an, das von Wolfgang Brauneis kuratiert und im Rahmen des Symposiums Urbanum realisiert wurde, und setzt das Bemühen fort, dem künstlerischen und intellektu