Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft

Kressengartenstraße 2, 90402 Nürnberg, Telefon: +49 (0)911 241 562 | Fax: +49 (0) 911 241 563, E-Mail , Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag: 14:00 – 18:00 Uhr, Samstag und Sonntag: 13:00 – 18:00 Uhr
Kommende Ausstellungen: Vittorio Brodmann – Zweig im Regen / Jahresgaben 2019, 14. November 2019 – 09. Februar 2020, Eröffnung: Mi 13. November 2019, 19:00 Uhr   

Metaphors and Mutations

Veit Laurent Kurz
27. Juni bis 20. Oktober 2019

Marianne-Defet-Malerei-Stipendiat

Eröffnung: Mi 26. Juni 2019, 19:00 Uhr
Opening: Wed June 26, 2019, 7:00 pm

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Installation view, Veit Laurent Kurz – Metaphors and Mutations, Kunstverein Nürnberg, 2019. Foto: Rory Witt

Deep below a volcano is burning
We want to know about it
Also don’t want to know about it

Neben dem Begehren, zu wissen, das ein Alltagsverständnis kennt, entdeckt die lacanianische Theorie eine Leidenschaft des Nichtwissens und der Unkenntnis. Die Ausstellung umgibt ein Fragezeichen, das als nicht zu lokalisierende Absenz angelegt ist. Inneres und Äußeres verwischen, indem mentale und installative Momente ineins fallen. Erscheinen Materialisierungen und Externalisierungen individuell notwendig, so drängt sich zugleich die Hinterfragung ihres weltlichen Sinns auf.

Im Rahmen seiner Einzelausstellung Metaphors and Mutations am Kunstverein Nürnberg, die Veit Laurent Kurz als Marianne-Defet-Malerei-Stipendiat entwickelt, orientiert er sich stärker als bisher konzeptuell und reflektiert seine Bezüge zur Umwelt neu. Während Kurz sein bestehendes Interesse an Technologie, die als Magie unserer Zeit erscheint, und metabolischen Kreisläufen fortsetzt, hebt er die Möglichkeit des Ein- und wieder Hinaustretens aus seinen immersiven Szenerien hervor.

Die gesamte Ausstellung erweist sich als installiertes System aus gedanklichen und gesammelten Materialien, welche die vergangenen Reisen des Künstlers generiert haben. Dieses momentane Ergebnis virtueller und physischer Wechselseitigkeiten tritt als lose miteinander verbundene Komponenten auf. Ein gleich der Ausstellung betitelter Film montiert Aufnahmen jener Orte, die Kurz zuletzt besucht hat, Pompeji und Hawaii, sowie found footage eines Vulkanausbruchs. Als Maschine der Verfeinerung prozessiert diese aus dem Gleichgewicht geratene ökologische Sphäre, folgt man der Dramaturgie des Künstlers, zuvor aus den Toiletten der Institution des Kunstvereins extrahierte Fäkalien innerhalb eines vielstufigen Verfahrens. Die so aktivierte Ressource antwortet auf vorangegangene Anverwandlungen und entwirft sich im selben Schritt als vitale, künftige Quelle.

Zuvor angezapfte Adern, die über ruinengleiche Anreicherungstürme geleitet werden, welche als erste Verarbeitungsstufe in einem fortlaufenden System der Veredelung wirken, werden in einen Zelt-Raum gesteuert, der den ansonsten transparenten Ausstellungsbereich verhüllt und auf jenen Reisen entstandene Gemälde bewahrt. Lässt dieser Filter die aufbereitete Energie in den Video-Raum münden, befindet sich dort eine einzige, exzentrisch anmutende Sitzgelegenheit. Es ist schließlich eine abjekthafte Vulkan-Skulptur, die die Alchemisierung der gewonnenen Substanz in das Kräuterextrakt „Herba IV“ vollzieht. Figuren scharen sich um den Berg, aus dem es abgefüllt wird. Sie konsumieren als noch-nicht oder nicht-mehr-menschliche Wesen das Produkt, das von einer namenlosen Wirkkraft ist, die heilsam, halluzinogen oder leistungssteigernd ausfällt.

Die generischen Bilder, Werkzeuge und Objekte, die Kurz aufgreift, finden sich darüber hinaus im gegenwärtigen Konsumkapitalismus, in den die ‚Readymades’ des Internets längst vorgedrungen sind, und dessen Horizont zwischen Eskapismus, Esoterik und (Neuro-)Enhancement oszilliert. Faktische und erdachte Narrative verknüpfen sich mit ihnen entlang der bereisten Orte zu ins Außen getragenen Imaginationen. Als Verdichtungen zur Form und Öffnungen zur Formlosigkeit, die Kontrolle und ihr Entgleiten sowie die ewigen Metabolismen des Lebens und Verfallens verhandeln, umgeben Kurz’ Praxis eine Verzauberung durch Technologien, die Eindrücke des offenen Systems seiner ganzen Umwelt sowie taghell ausgeleuchtete Obsessionen, die eine Absenz markieren, während Inneres und Äußeres einander unwiderbringlich durchdringen.

Am I, the artist, ambassador of its kind?
And                                 Or
Romantic mind and creator
Ambassador of my mind?

Veit Laurent Kurz, *1985 in Erbach, lebt und arbeitet in Berlin.

Weitere Veranstaltungen

Di 02.07.2019, 18 Uhr 
Direktorenführung

Fr 20.09.2019, 17 Uhr 
Ausstellungsführung

Do 26.09.2019, 19 Uhr 
Künstlerinnengespräch mit Hélène Fauquet und Anette Freudenberger (Direktorin Galerie der Stadt Schwaz, AT)

So 20.10.2019, 16 Uhr 
Book launch und Konzert mit Veit Laurent Kurz

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